Paddock Paradise 

Wie die Idee entstand

Jaime Jackson beobachtete in den 80er Jahren das Verhalten von erst vor Stunden gefangenen Wildpferden. Sie waren in den Litchfield Wild Horse Corrals in Kalifornien auf eine riesige "Weide" von ca. 1,2 auf 1,2 km (=144 ha) zu den anderen Pferden dazugepfercht worden.  

Fangaktion ("Round up") des BLM per Helikopter

Die Familien (Herden) werden bei solchen Fangaktionen oft  auseinandergerissen und durcheinandergewürfelt, einzelne Tiere gehen verloren oder verletzen sich und müssen getötet werden.

 

 

 

 

Auf der riesigen Fläche hatten sich Hunderte von Wildeseln und Mustangs verteilt und das in der Wildnis so typische Umherwandern einer nach dem anderen auf Wildwechsel-Pfaden (Trails) im Familienverband konnte nicht mehr beobachtet werden.  

Was war geschehen? Es war zufällig Fütterungszeit, ein Truck fuhr über das Areal und warf Heuballen ab. Die Tiere trotteten in kleinen Gruppen hinter dem Truck her und blieben eine nach der anderen an einem Heuballen stehen um zu fressen. Da kam kurz Leben auf bis jeder sein Plätzchen an einem Ballen gefunden hatte. Ansonsten standen die Tiere herum und taten nichts. Warum auch? Es fehlte jeglicher Anreiz zu Bewegung, im Gegenteil: diejenigen Pferde wurden belohnt, die zur rechten Zeit an den Abwurfplätzen der Heuballen waren.  

Ein BLM Mustang Korral.

Also warteten sie. Und darunter waren Pferde, die nur wenige Stunden zuvor ein Leben in kontinuierlicher Bewegung und Wanderschaft durch ihre Homerange geführt hatten. 

 

"Homerange" bedeutet so viel wie "ihr angestammtes Gebiet, das sie durchstreifen". Ihr früheres instinktives Verhalten machte in dieser neuen Umgebung keinen Sinn mehr, es war überflüssig geworden, und so begannen sie, ein unmotiviertes und mehr oder weniger stationäres Dasein zu führen.  

Die Pferde passen sich an das neue System "Essen auf Rädern" an.

Bereits nach Wochen waren die perfekten Hufe dieser neu gefangenen Wildpferde in den Litchfield Wild Horse Corrals nicht wiederzuerkennen, und dies, obwohl nur Heu gefüttert wurde.

 

Es wäre auch reichlichst Platz vorhanden gewesen für Bewegung und der Untergrund war praktisch derselbe wie in ihrem Leben in Freiheit. Der Stimulus war jedoch entfernt worden und der Instinkt war in einen ruhenden Zustand verfallen.

Die Herausforderung für uns Pferdebesitzer liegt nun darin, einen Lebensraum zu schaffen, der der Psyche des Pferdes entspricht, nicht unserer. Genauer gesagt einen, der im Pferd bestimmte natürliche Verhaltensreaktionen auslöst. Das Problem der meisten heutigen Systeme, Pferde einzusperren, ist, dass sie entweder solche Reaktionen gänzlich behindern oder die Pferde dafür belohnen, davon abzulassen. Ob nun auf die eine oder andere Art, das Pferd verhält sich nicht mehr natürlich und daraufhin tauchen unvermittelt eine Vielzahl von Problemen auf, vom Kopf bis zu den Hufen.   

Aus den Beobachtungen heraus, wie die Mustangs reagierten auf eine Änderung in ihren Lebensumständen, entwickelte Jaime Jackson das neue, artgerechte Haltungssystem Paddock Paradise.  

Zahlreiche Beispiele bereits umgesetzter Paddock Paradise Anlagen finden Sie auf der nächsten Seite: Paddock Paradise - Umsetzung

 

An dieser Stelle bemerkt... 

Inzwischen befinden sich ca. 60 000 Mustangs in verschiedenen "Holding Facilities" des Bureau of Land Management (BLM) und warten meist vergebens darauf, für wenige hundert Dollar adoptiert zu werden.

Ein BLM Mustang Korral für eine Adoptionsveranstaltung

 

Frisch adoptierter Mustang wird verladen

 

 

Die Schweizerin Barbara Gerber aus Kaiseraugst importiert Mustangs aus Amerika nach ganz Europa:

Swiss Wild Horse Association  

Fotonachweis: 

Alle Fotos mit Ausnahme des obersten Fotos auf dieser Seite (Paddock Paradise) stammen von der Internetseite   http://www.mustangs4us.com.

Oberstes Foto "Fangaktion...": http://wildhorserescue.org/

Die urheberrechtlichen Besitzer des Fotomaterials erteilten mir die freundliche Erlaubnis, dieses auf meiner Homepage abzubilden. Die Fotos dürfen nicht von Dritten herunter-geladen und anderweitig verwendet werden ohne die Erlaubnis der urheberrechtlichen Besitzer. Vielen Dank für Ihr Verständnis.